Kain Karawahn

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    Kain Karawahn ist ein freischaffende Künstler, geboren 1959, lebt in Berlin und Blossin. In seiner Arbeit gibt es zwei Schwerpunkte:
  • Theorie und Praxis der Menschen-Feuer-Beziehung in den Bereichen bildende/darstellende Kunst, Pädagogik und Philosophie
  • Vermittlung kultureller und künstlerischer Feuerkompetenz in den Institutionen Kitag, Schule, Universität und bei der Erwachsenenbildung

»Vor mehr als 30 Jahren bin ich angetreten, als Künstler zu arbeiten und zu leben. Nach mehr als 20-jährigem Wirken an den Orten, an denen der Künstler mit seiner Kunst ein Einkommen erzielen kann (Galerien, Museen, Theatern, Festivals usw.), musste ich feststellen, dass mein Wirken wirkungslos blieb. Ich konnte zwar samt Familie von meinem Wirken armutsfern überleben, doch verspürte ich keine Wirkung auf die Verwirklichung meines Anspruches, die Welt zu verbessern. Denn das Kunstpublikum weiß doch, warum, wo und wie die Welt verbessert werden kann.

2004 nahm ich den Auftrag einer Kita an, als Künstler mit Kindern zu wirken. Fünfjährige Kinder lernten fortan von mir, wie sie nach ästhetischen Kriterien eigenverantwortlich Feuer machen. Und plötzlich erzielte ich mittels der mit Kindern gewonnenen Erkenntnisse die gesellschaftliche und weltliche Wirkung, von der ich immer geträumt habe. Ich stand wieder vor Mauern, durch welche es ›hindurchzubrennen‹ galt – wie 1984 vor der Berliner Mauer.

Ich wirke nun intensiv in der frühkindlichen Bildung wie auch in sozialen Brennpunkten, also mit Menschen und an Orten, wo meine Kunstwerke niemals zuvor etwas bewirken konnten. Ich wirke nun mit künstlerischen Mitteln sogar in der Pädagogik. Einer Pädagogik, in der es seit mehr als 200 Jahren mehrheitlich unterlassen wird, Kindern die Verantwortung über ihr Feuer zu ermöglichen und zu vermitteln.

Ich bin der Kunst und ihrem disziplinspezifischen Lernprozess, Freiheit zu tanken und frei wirken zu können, unendlich dankbar. Ich werde diejenigen anfeuern, die gesellschaftlich nicht mehr brennen dürfen. Denn die Fähigkeit zur Kontrolle eines Holzfeuers ist die spezifische Eigenschaft einer einzigen Lebensart. Das Feuerkontrollvermögen bewirkt Kreativität, Reflexion und Kontrolle menschlichen Wirkens. Wenn Kinder mit selbstgemachtem Feuer nicht mehr in den Genuss von Erlebnis und Wissen gelangen, dann ist nicht nur der geistige Anfang vom Ende des Menschseins, nicht nur der Burn-out poetischer Kindheiten, sondern auch die ›Ausgebranntheit‹ des Kunstvermögens menschlichen Wirkens in allen gesellschaftlichen Belangen erreicht.

»Die Bewegung des Geistes ist wie die des Feuers, sie vollzieht sich im Aufstieg.«
Claude de Saint-Martin

Zu den Fotografien:
Die fotografische Darstellung eines Brennprozesses ist die Ablichtung von etwas längst Erloschenem: Material- und/oder Lebewesenzeichnung in Lichtverteilung samt Flammenstruktur. Die Fotografie lässt dann die Vermutung zu, dass es in der zeitlichen und räumlichen Situation real gebrannt hat. Doch eine Fotografie bleibt immer nur kalt. So wurde Fotografie in ihrer Anfangszeit auch treffend bezeichnet: kaltes Feuer. Nicht nur kalt wie Asche, sondern auch anfangs überhaupt nur in Aschefarben (im Grauen des Schwarzweiß) hatte die Farbigkeit der Welt ihre ersten Ablichtungen erfahren. Seitdem lässt sich per Brennweiten von Objektiven die Hitze realer Brände bis in ihre Brennpunkte überlisten. 

Der Fotografierende riskiert den Volltreffer aller Brennpunkte einer subjektiven Sucherauswahl unserer brennenden Gegenwart: Die Brennpunkte des Brennprozesses brennen sich über den Brennpunkt der Kameralinse objektiv ein auf die Filmträgerschicht bzw. in den Speicherchip meines Fotoapparates – eiskalt und trotzdem heiß.

www.mitfeuerSPIELEN.de
www.VolcanismInTheArts.de