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kain karawahn

Theorie & Praxis der Beziehung Mensch & Feuer in bildender & darstellender Kunst, Pädagogik & Philosophie. Vermittlung kultureller & künstlerischer Feuerkompetenz in Kita, Schule, Universität & Erwachsenenbildung.

Vor mehr als 30 Jahren bin ich angetreten, als Künstler zu arbeiten und zu leben. Nach mehr als 20jährigem Wirken an den Orten, an denen der Künstler mit seiner Kunst ein Einkommen erzielen kann, Galerien, Museen, Theatern, Festivals usw. mußte ich feststellen, daß mein Wirken wirkungslos blieb. Ich konnte samt Familie von meinem Wirken armutsfern überleben, doch verspürte ich keine Wirkung auf die Verwirklichung meines Anspruches, die Welt zu verbessern. Denn das Kunstpublikum weiß doch, warum, wo und wie die Welt verbessert werden kann.

2004 nahm ich den Auftrag einer Kita an, als Künstler mit Kindern zu wirken. Fünfjährige Kinder lernten von mir, wie sie nach ästhetischen Kriterien eigenverantwortlich Feuer machen. Und plötzlich erzielte ich mittels den mit Kindern gewonnen Erkenntnissen eine gesellschaftliche und weltliche Wirkung, von der ich immer geträumt habe. Ich stand wieder vor Mauern, durch welche es „hindurchzubrennen“ galt – wie 1984 vor der Berliner Mauer.

Ich wirke nun intensiv in der frühkindlichen Bildung wie auch in sozialen Brennpunkten, also mit Menschen und an Orten, wo meine damaligen Kunstwerke niemals zuvor etwas bewirken konnten. Ich wirke nun mit künstlerischen Mitteln sogar in der Pädagogik. Einer Pädagogik, in welcher es seit mehr als 200 Jahren mehrheitlich unterlassen wird, Kindern die Verantwortung über ihr Feuer zu ermöglichen und zu vermitteln.

Ich bin der Kunst und ihrem disziplinspezifischen Lernprozeß, Freiheit zu tanken und frei wirken zu können, unendlich dankbar. Ich werde diejenigen anfeuern, welche gesellschaftlich nicht mehr brennen dürfen. Denn die Fähigkeit zur Kontrolle eines Holzfeuers ist die spezifische Eigenschaft einer einzigen Lebensart. Das Feuerkontrollvermögen bewirkt Kreativität, Reflexion und Kontrolle menschlichen Wirkens. Wenn Kinder mit selbstgemachten Feuer nicht mehr in Erlebnis und Wissen gelangen, dann ist nicht nur der geistige Anfang vom Ende des Menschseins, nicht nur der burn out poetischer Kindheiten, sondern auch der „Ausbrannt“ des Kunstvermögens menschlichen Wirkens in alle gesellschaftlichen Belange.

» Die Bewegung des Geistes ist wie die des Feuers, sie vollzieht sich im Aufstieg. «
Claude de Saint-Martin

zu den Fotografien:
Die fotografische Darstellung eines Brennprozesses ist die Ablichtung von längst erloschenem: Material- und/oder Lebewesenzeichnung in Lichtverteilung samt Flammenstruktur. Die Fotografie läßt dann die Vermutung zu, dass es in der zeitlichen und räumlichen Situation real gebrannt hat. Doch eine Fotografie bleibt immer nur kalt. So wurde Fotografie in ihrer Anfangszeit auch treffend bezeichnet: Kaltes Feuer. Nicht nur kalt wie Asche, sondern anfangs überhaupt nur in Aschefarben, im Grauen des Schwarzweiß, hatte die Farbigkeit der Welt ihre ersten Ablichtungen erfahren. Seitdem lässt sich per Brennweiten von Objektiven die Hitze realer Brände bis in ihre Brennpunkte überlisten. 

Der Fotografierende riskiert den Volltreffer aller Brennpunkte einer subjektiven Sucherauswahl unserer brennenden Gegenwart: die Brennpunkte des Brennprozesses brennen sich über den Brennpunkt der Kameralinse objektiv ein auf die Filmträgerschicht bzw. in den Speicherchip meines Fotoapparates – eiskalt und trotzdem heiß.

www.ichbrenne.de (erst internet anzünden, dann hunderte von bildern finden)
www.mitfeuerSPIELEN.de
www.VolcanismInTheArts.de

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